Rechnungsprüfung
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Bonitäts-Checks: Wenn Algorithmen über Ihren Vertrag entscheiden

Ob Kredit, Handyvertrag oder Einkauf auf Rechnung: Immer häufiger entscheiden automatisierte Bonitätsbewertungen darüber, ob ein Vertrag zustande kommt. Doch welche Daten dabei verwendet werden und wie die Entscheidung zustande kommt, bleibt für Konsument:innen meist verborgen. Die AK fordert deshalb mehr Transparenz und klare gesetzliche Regeln.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bonitätsbewertungen entscheiden über immer mehr Verträge.
  • Automatisierte Scoring-Verfahren verarbeiten oft deutlich mehr Daten als nur das Zahlungsverhalten.
  • Viele Konsument:innen wissen nicht, dass sie bewertet werden.
  • Die Berechnung des Scores bleibt meist intransparent.
  • Die AK fordert strengere Regeln für den Einsatz von Scoring.

Warum Bonitäts-Checks immer wichtiger werden

Wer heute einen Kredit beantragt, einen Mobilfunkvertrag abschließt oder auf Rechnung einkauft, muss häufig zuerst eine Bonitätsprüfung bestehen.

Unternehmen wollen damit das Risiko eines Zahlungsausfalls möglichst gering halten. Deshalb setzen sie zunehmend automatisierte Scoring-Verfahren ein. Sie berechnen aus verschiedenen Informationen einen sogenannten Score. Dieser Zahlenwert soll vorhersagen, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Person ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommt.

Der Score beeinflusst häufig,

  • ob ein Vertrag zustande kommt,
  • welche Konditionen gelten,
  • oder ob höhere Preise oder Zinsen verlangt werden.
 

Es geht längst nicht mehr nur ums Zahlungsverhalten

Bonitätsbewertungen stützen sich heute auf weit mehr Informationen als offene Rechnungen oder frühere Kredite.

Je nach Verfahren können beispielsweise berücksichtigt werden:

  • Alter
  • Familienstand
  • Wohnsituation
  • Dauer des Arbeitsverhältnisses
  • häufige Umzüge
  • Unterhaltspflichten

Mit der Digitalisierung wächst außerdem die Menge der verfügbaren Daten laufend. Die Studie zeigt, dass teilweise sogar Informationen aus digitalen Diensten oder sozialen Netzwerken in Prognosen einbezogen werden. Damit verschiebt sich der Fokus zunehmend von der Bewertung der Vergangenheit zur Vorhersage zukünftigen Verhaltens.

 

Warum sieht die AK diese Entwicklung kritisch?

Scoring-Verfahren arbeiten mit statistischen Wahrscheinlichkeiten. Sie treffen jedoch keine Aussage darüber, wie sich eine einzelne Person tatsächlich verhalten wird.

Aus Sicht der AK ergeben sich dadurch mehrere Probleme:

  • Persönliche Merkmale können zu Benachteiligungen führen.
  • Fehlerhafte Daten wirken sich unmittelbar auf den Score aus.
  • Entscheidungen bleiben oft nicht nachvollziehbar.
  • Konsument:innen verlieren zunehmend die Kontrolle über ihre Daten.

Hinzu kommt, dass Betroffene häufig gar nicht wissen, dass ein Scoring durchgeführt wurde. Selbst wenn sie Auskunft verlangen, bleibt oft unklar, wie die Bewertung tatsächlich zustande gekommen ist.

 

Gut zu wissen

Sie haben ein Recht auf Auskunft.

Sie können nach dem Datenschutzrecht unter anderem erfahren,

  • welche personenbezogenen Daten gespeichert wurden,
  • woher diese Daten stammen,
  • an wen sie weitergegeben wurden,
  • und fehlerhafte Daten berichtigen lassen.

Die Berechnungslogik automatisierter Bewertungen bleibt allerdings häufig unzureichend nachvollziehbar.

 

Das fordert die AK

Damit Bonitätsbewertungen nachvollziehbar und fair bleiben, fordert die AK:

Mehr Transparenz

Konsument:innen müssen nachvollziehen können, welche Daten verwendet werden und wie Bonitätsbewertungen entstehen.

Nur notwendige Daten verwenden

Für Scoring dürfen ausschließlich bonitätsrelevante Informationen verarbeitet werden. Sensible oder zweckfremd erhobene Daten dürfen dabei keine Rolle spielen.

Unabhängige Kontrolle

Scoring-Verfahren sollen regelmäßig überprüft werden, damit sie nachvollziehbar, diskriminierungsfrei und datenschutzkonform bleiben.

Klare gesetzliche Grenzen

Automatisierte Bonitätsbewertungen dürfen nicht unkontrolliert auf immer mehr Lebensbereiche ausgeweitet werden.

 

Fazit

Bonitätsbewertungen beeinflussen heute zahlreiche Entscheidungen des Alltags – häufig, ohne dass Betroffene davon wissen. Umso wichtiger sind nachvollziehbare Verfahren, wirksamer Datenschutz und klare gesetzliche Grenzen. Nur wenn Konsument:innen verstehen können, wie ihre Bonität bewertet wird, können sie ihre Rechte auch wirksam wahrnehmen.

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