Streamingdienste: Was mit Ihren Daten passiert
Netflix, Amazon Prime, Spotify oder YouTube gehören für viele zum Alltag. Doch beim Streamen von Filmen, Serien oder Musik fallen zahlreiche personenbezogene Daten an. Welche Inhalte Sie ansehen, wann Sie streamen oder welche Geräte Sie verwenden – all das kann gespeichert und ausgewertet werden.
Viele Streamingdienste informieren ihre Nutzer jedoch nur unzureichend darüber, wie sie diese Daten verwenden. Das zeigte ein Datenschutz-Check der AK gemeinsam mit dem Datenschutzverein noyb.
Das Wichtigste in Kürze
- Streamingdienste sammeln umfangreiche Daten über das Nutzungsverhalten.
- Datenschutzhinweise sind häufig unvollständig oder schwer verständlich.
- Oft bleibt unklar, welche Daten gespeichert oder an Dritte weitergegeben werden.
- Nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) haben Konsument das Recht auf transparente Informationen über die Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten.
Datenschutz: Viele Fragen bleiben offen
Die AK und noyb haben die Datenschutzinformationen mehrerer Streamingdienste geprüft. Das Ergebnis: Viele Anbieter erfüllen die gesetzlichen Informationspflichten nur teilweise.
Häufig verwenden sie ungenaue Formulierungen wie „Daten werden so lange gespeichert, wie nötig“ oder „Daten können an Dienstleister weitergegeben werden“. Solche Aussagen erklären jedoch nicht,
- welche personenbezogenen Daten tatsächlich verarbeitet werden,
- wie lange sie gespeichert bleiben,
- an wen sie weitergegeben werden und
- zu welchem Zweck dies geschieht.
Für Konsument ist dadurch oft nicht nachvollziehbar, was mit ihren Daten passiert.
Personalisierte Empfehlungen brauchen Daten
Streamingdienste analysieren das Nutzungsverhalten, um passende Filme, Serien oder Musik vorzuschlagen. Dafür können unter anderem Suchanfragen, Seh- und Hörgewohnheiten, Nutzungszeiten oder verwendete Geräte ausgewertet werden.
Wie diese Empfehlungen genau zustande kommen und welche Daten dafür herangezogen werden, erklären viele Anbieter jedoch nur unzureichend.
Daten sind wirtschaftlich wertvoll
Die bei der Nutzung entstehenden Daten ermöglichen detaillierte Rückschlüsse auf Interessen und Gewohnheiten. Sie helfen Anbietern dabei,
- Inhalte zu personalisieren,
- ihre Dienste weiterzuentwickeln,
- Werbeangebote zu optimieren und
- das Nutzerverhalten besser zu analysieren.
Je mehr Informationen gesammelt werden, desto genauer lassen sich individuelle Nutzungsprofile erstellen.
Das sind Ihre Rechte
Die DSGVO stärkt die Rechte von Konsument. Sie haben unter anderem das Recht,
- zu erfahren, welche personenbezogenen Daten verarbeitet werden,
- Auskunft über gespeicherte Daten zu verlangen,
- unrichtige Daten berichtigen zu lassen,
- unter bestimmten Voraussetzungen die Löschung Ihrer Daten zu verlangen,
- der Verarbeitung zu widersprechen und
- erteilte Einwilligungen jederzeit mit Wirkung für die Zukunft zu widerrufen.
AK Tipp
Nehmen Sie sich vor der Anmeldung bei einem Streamingdienst Zeit für die Datenschutz- und Privatsphäre-Einstellungen. Prüfen Sie insbesondere, welche Einwilligungen Sie erteilen, ob personalisierte Werbung deaktiviert werden kann und welche Möglichkeiten der Dienst zum Schutz Ihrer Daten bietet.
Unser Fazit
Streamingdienste verarbeiten eine Vielzahl personenbezogener Daten. Umso wichtiger ist, dass Konsument klar und verständlich darüber informiert werden, welche Daten erhoben, wie sie verwendet und an wen sie weitergegeben werden. Transparente Datenschutzhinweise sind die Voraussetzung dafür, dass Nutzer ihre Rechte wirksam wahrnehmen und selbstbestimmt über ihre Daten entscheiden können.
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