High five zweier junger Arbeiter auf der Baustelle
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Die 10 besten Steuertipps

Mit der Arbeitnehmer:innenveranlagung können Sie sich unter bestimmten Voraussetzungen Geld vom Finanzamt zurückholen. Diese 10 Steuertipps sollten Sie besonders beachten.

1. Wenig verdient? 

Wenn Sie wenig verdient oder nur einen Teil des Jahres gearbeitet haben, kann Ihnen das Finanzamt zu viel bezahlte Lohnsteuer zurückzahlen. Das betrifft zum Beispiel Teilzeitbeschäftigte, Lehrlinge, Ferialpraktikant:innen oder Personen, die während des Jahres in Elternkarenz gegangen sind.

Auch wenn Sie gar keine Lohnsteuer bezahlt haben, kann sich die Arbeitnehmer:innenveranlagung lohnen: Sie können einen Teil Ihrer Sozialversicherungsbeiträge als Negativsteuer bzw. SV-Bonus zurückbekommen.

Wenn Sie Anspruch auf das Pendlerpauschale haben, kann sich die Negativsteuer zusätzlich erhöhen.

Mehr dazu: Steuergutschrift bei niedrigem Einkommen

2. Sind Sie alleinerziehend oder alleinverdienend?

Für Alleinerziehende und Alleinverdienende gibt es eigene Absetzbeträge. Ihre Höhe hängt davon ab, für wie viele Kinder Sie Familienbeihilfe beziehen.

Für den Alleinverdienerabsetzbetrag darf das Einkommen der Partnerin:des Partners eine bestimmte Grenze nicht überschreiten:

  • 2026: 7.411 Euro
  • 2025: 7.284 Euro

Der Alleinerzieherabsetzbetrag steht zu, wenn im betreffenden Jahr weniger als sechs Monate lang eine Partnerschaft bestanden hat.

In beiden Fällen muss für mindestens ein Kind mehr als sechs Monate Familienbeihilfe bezogen werden.

Wie hoch sind die Absetzbeträge 2026?

  • 612 Euro bei einem Kind
  • 828 Euro bei zwei Kindern
  • 273 Euro zusätzlich für jedes weitere Kind

Die Absetzbeträge können auch als Negativsteuer erstattet werden.

Mehr dazu: Steuervorteile für Familien 

3. Können Sie den Familienbonus bekommen?

Wenn Sie für ein Kind Familienbeihilfe beziehen oder Unterhalt leisten, können Sie den Familienbonus beantragen.

Der Familienbonus ist ein Absetzbetrag. Er reduziert Ihre Lohnsteuer pro Kind um:

  • bei minderjährigen Kindern: 166,68 Euro monatlich bzw. 2.000,16 Euro jährlich
  • bei Kindern über 18 Jahren: 58,34 Euro monatlich bzw. 700,08 Euro jährlich

Ein Elternteil kann den Familienbonus vollständig beantragen. Alternativ können ihn beide Elternteile je zur Hälfte geltend machen.

Wichtig: Der Familienbonus wirkt sich nur bis zur Höhe Ihrer tatsächlich zu zahlenden Lohnsteuer aus. Er wird nicht als Negativsteuer ausgezahlt.

Sie zahlen keine oder nur wenig Lohnsteuer?

Ist Ihre Lohnsteuer so gering, dass sich der Familienbonus nicht auswirkt, dann kann unter bestimmten Voraussetzungen der Kindermehrbetrag infrage kommen.

Dafür müssen Sie unter anderem an mindestens 30 Tagen steuerpflichtige aktive Einkünfte erzielt haben, zum Beispiel aus einer Anstellung oder einem freien Dienstvertrag.

Zusätzlich muss eine dieser Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Sie haben Anspruch auf den Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag.
  • Ihr:e Partner:in verdient ebenfalls so wenig, dass sich der Familienbonus nicht auswirkt. In diesem Fall müssen Sie selbst die Familienbeihilfe beziehen.

Der Kindermehrbetrag beträgt bis zu 700 Euro pro Kind, für das mehr als sechs Monate im Kalenderjahr Familienbeihilfe bezogen wird.

Mehr dazu: Steuervorteile für Familien

4. Sie zahlen Unterhalt für ein Kind, das nicht bei Ihnen lebt?

Wenn Ihr Kind nicht in Ihrem Haushalt lebt und Sie nachweislich den gesetzlichen Unterhalt leisten, können Sie einen Unterhaltsabsetzbetrag geltend machen.

2026 beträgt er monatlich:

  • 38 Euro für das erste Kind
  • 56 Euro zusätzlich für das zweite Kind
  • 75 Euro zusätzlich für jedes weitere Kind

Voraussetzung ist, dass das Kind ständig in Österreich, einem anderen EU-Staat, im EWR oder in der Schweiz lebt.

Lebt das Kind dauerhaft in einem Drittstaat, können pro Monat 50 Euro oder der halbe Unterhalt als Freibetrag berücksichtigt werden.

Mehr dazu: Steuervorteile für Familien

5. Haben Sie gespendet oder Kirchenbeitrag bezahlt?

Spenden an begünstigte Organisationen können Sie bis zu einem Höchstbetrag von 10 Prozent Ihrer Einkünfte des laufenden Jahres als Sonderausgaben absetzen.

Auch Kirchenbeiträge sind bis zu 600 Euro jährlich absetzbar.

Die Spendenorganisation bzw. Religionsgesellschaft meldet Ihre Beiträge grundsätzlich an das Finanzamt. Sie werden daher automatisch berücksichtigt.

Kirchenbeiträge können Sie auch für Ihre:n Partner:in und für Kinder, für die für mehr als sechs Monate im Jahr Familienbeihilfe bezogen oder Unterhalt geleistet wird, geltend machen..

Mehr dazu: Sonderausgaben

6. Haben Sie Anspruch auf das Pendlerpauschale?

Wenn Ihr Arbeitsweg lang ist oder öffentliche Verkehrsmittel nicht zumutbar sind, können Sie möglicherweise ein Pendlerpauschale geltend machen.

Das kleine Pendlerpauschale kommt grundsätzlich infrage, wenn Ihr Wohnort mindestens 20 Kilometer vom Arbeitsplatz entfernt liegt.

Das große Pendlerpauschale kann bereits ab einer Entfernung von mindestens 2 Kilometern zustehen, wenn öffentliche Verkehrsmittel auf zumindest der Hälfte des Weges unzumutbar sind.

Zusätzlich zum großen oder kleinen Pendlerpauschale gibt es den Pendlereuro. Er beträgt 6 Euro pro Kilometer der einfachen Wegstrecke zwischen Wohnung und Arbeitsplatz.

Was gilt bei einem Jobticket?

Arbeitgeber:innen können ein steuerfreies Jobticket zur Verfügung stellen oder die Kosten für Wochen-, Monats- oder Jahreskarten steuerfrei ersetzen.

Seit 2023 wird der steuerfreie Kostenersatz bzw. der Wert des Jobtickets vom Pendlerpauschale abgezogen. Ist das Pendlerpauschale höher, wird die Differenz weiterhin berücksichtigt.

Der Pendlereuro bleibt ungekürzt.

Mehr dazu: Pendlerpauschale

7. Zahlen Sie selbst für eine Aus- oder Weiterbildung?

Kosten für Aus- und Fortbildungen können Werbungskosten sein, wenn sie beruflich veranlasst sind und Sie die Kosten selbst getragen haben.

Das kann zum Beispiel gelten für:

  • berufliche Fortbildungen
  • kaufmännische oder bürotechnische Grundkurse
  • eine Berufsreifeprüfung
  • Sprachkurse, wenn Sie die Sprachkenntnisse für Ihren Beruf benötigen

Welche Kosten können Sie geltend machen?

Dazu zählen zum Beispiel:

  • Kursgebühren
  • Kursunterlagen
  • Prüfungsgebühren
  • Kopierkosten
  • Fahrtkosten zum Kursort

Entscheidend ist, dass die Ausgaben mit Ihrer Aus- oder Fortbildung zusammenhängen.

8. Arbeiten Sie im Homeoffice oder in Telearbeit?

Für jeden Tag, an dem Sie ausschließlich in Telearbeit gearbeitet haben, werden laut Ausgangstext automatisch 3 Euro Telearbeitspauschale berücksichtigt – für höchstens 100 Tage im Jahr.

Steuerfreie Kostenersätze Ihrer Arbeitgeberin Arbeitgebers werden davon abgezogen.

Mit dem Pauschale sind unter anderem Aufwendungen für Miete, Betriebskosten sowie Computer- und Internetkosten abgegolten.

Ihre tatsächlichen Kosten sind höher?

Sind Ihre Kosten für digitale Arbeitsmittel höher als das Telearbeitspauschale, können Sie die tatsächlichen Kosten als Werbungskosten geltend machen.

Zusätzlich können Sie ergonomische Büromöbel bis zu 300 Euro pro Jahr absetzen. Voraussetzung ist, dass Sie an mindestens 26 Tagen im Jahr im Homeoffice gearbeitet haben.

Bis 2024 wurde das Telearbeitspauschale als Homeofficepauschale bezeichnet.

Mehr dazu: Telearbeit und Homeoffice

9. Zahlen Sie eine Betriebsratsumlage?

Die Betriebsratsumlage wird zwar direkt von Ihrer:Ihrem Arbeitgeber:in einbehalten. Bei der laufenden Lohnverrechnung wirkt sie sich aber noch nicht steuermindernd aus.

Tragen Sie die gesamte Betriebsratsumlage daher bei der Arbeitnehmer:innenveranlagung unter „Sonstige Werbungskosten“ ein.

Nicht noch einmal eintragen: Gewerkschaftsbeiträge oder Personalvertretungsumlagen, die bereits vollständig über die Lohnverrechnung berücksichtigt wurden. Die Steuerersparnis dafür erhalten Sie bereits monatlich.

Mehr dazu: Werbungskosten

10. Haben Sie Kosten wegen Krankheit oder Behinderung?

Bestimmte Kosten wegen einer Behinderung können als außergewöhnliche Belastungen berücksichtigt werden, ohne dass ein Selbstbehalt abgezogen wird.

Welche Freibeträge gibt es bei einer Behinderung?

Den Grad der Behinderung stellt das Sozialministeriumservice fest.

Ab einem Grad der Behinderung von mindestens 25 Prozent gibt es gestaffelte pauschale Freibeträge von 124 bis 1.198 Euro jährlich.

Wenn Sie ganzjährig Pflegegeld beziehen, entfällt dieser Freibetrag.

Müssen Sie krankheitsbedingt eine Diät einhalten?

Auch dafür gibt es pauschale Freibeträge. Monatliche Beträge:

  • 70 Euro bei Diabetes oder Zöliakie
  • 51 Euro bei einer Gallendiät
  • 42 Euro bei einer Magenkrankheit oder anderen inneren Erkrankungen

Diese Freibeträge können ohne Selbstbehalt berücksichtigt werden, wenn der Gesamtgrad der Behinderung mindestens 25 Prozent beträgt. Außerdem muss der Grad der Behinderung für die konkrete Krankheit zumindest 20 Prozent ausmachen. Ohne entsprechender Behinderung können Sie den betreffenden Freibetrag als Krankheitskosten mit Selbstbehalt absetzen.

Welche weiteren Kosten können Sie geltend machen?

Zusätzlich zu den Pauschalbeträgen können unter bestimmten Voraussetzungen auch tatsächliche Ausgaben berücksichtigt werden, zum Beispiel für:

  • Medikamente
  • Heilbehandlungen
  • Kuren
  • Krankenhausaufenthalte
  • Hilfsmittel wie Rollstühle

Ohne entsprechende Behinderung sind diese Kosten als Krankheitskosten mit Selbstbehalt absetzbar.

Mehr dazu: Außergewöhnliche Belastungen


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