20.1.2020

AK sorgt für Gerechtigkeit und zeigt Lohndrücker an!

Ein krasser Fall von Lohndrückerei beschäftigt derzeit die JuristInnen der Wiener Arbeiterkammer: Acht Arbeiter schufteten drei Monate lang auf mehreren Baustellen – und sahen keinen einzigen Cent dafür. Der Chef vertröstete sie immer wieder: „Wenn diese große Baustelle fertig ist, dann kann ich euch bezahlen.“ Doch statt wie vereinbart zu Silvester den versprochenen Lohn auszuzahlen, setzte er sich ab. AK Präsidentin Renate Anderl: „Die AK sorgt für Gerechtigkeit und zeigt den Lohndrücker wegen Lohn- und Sozialdumping an!“

Zu Silvester tauchte der Chef ab, statt Arbeitern Lohn zu zahlen

Der Unternehmer hatte ein Gewerbe als Entrümpler angemeldet. Die Arbeiter räumten aber die Gebäude nicht nur aus, sondern rissen auch Bodenbeläge heraus und Wände nieder. Die Arbeiter hätten nach Kollektivvertrag bezahlt werden und korrekte Dienstzettel und Anmeldungen erhalten müssen. Vereinbart wurde aber ein sehr niedriger Lohn – die acht Männer sahen aber sogar davon nichts.

Der Chef hielt sie hin und sagte: „Ich kann euch bezahlen, wenn wir diese große Baustelle fertig haben. Wenn ihr nicht weiterarbeitet, bekomme ich den Auftrag nicht bezahlt und kann euch kein Geld geben.“ Also schufteten die Arbeiter drei Monate lang nicht selten zwölf Stunden und mehr am Tag. Sie sahen schließlich überall auf der Baustelle die Schilder bekannter Baufirmen und dachten, dass sie ihr Geld schon bekommen würden.

Zahltag sollte schließlich der 31. Dezember sein. Als der Chef zu Silvester nicht auftauchte und auch danach nirgends aufzufinden war, gingen die acht Männer zur Arbeiterkammer.

AK zeigt den Lohndrücker wegen Lohn- und Sozialdumping an

„Ich musste mir von überall Geld ausborgen: Von meiner Frau, meinem Bruder, meinen Eltern. Ich muss das doch zurückzahlen!“, so einer der Arbeiter verzweifelt. 

Die AK zeigt den Lohndrücker jetzt wegen Lohn- und Sozialdumping an, informiert die Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse und wird dafür sorgen, dass die Arbeiter ihren offenen Lohn erhalten.

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