22.6.2020

AK hilft: Fabrik entließ nach Corona-Fällen voreilig drei Arbeiter

Seit 29 Jahren arbeitet Ernst S. in einer Fabrik in Wien, die Etiketten herstellt. Jetzt wurde er zusammen mit zwei weiteren Kollegen entlassen, angeblich, weil die drei den Corona-Sicherheitsabstand nicht eingehalten hätten. Die Arbeiter bestreiten dies jedoch. 

Voreilig treue Mitarbeiter beschuldigt

AK Präsidentin Renate Anderl: „Mehrere Arbeiter haben sich bei der AK-ÖGB-Info-Hotline zu Job und Corona beschwert, weil die Firma Schutzmaßnahmen nicht eingehalten haben soll. Erst nimmt es die Firma nicht so genau, dann werden voreilig treue Mitarbeiter beschuldigt. Die AK gibt den Männern jetzt Rechtsschutz vor Gericht.“

Arbeiter hatten Sicherheitsabstand eingehalten

Die Arbeiter standen mit ausreichendem Sicherheitsabstand vor Dienstbeginn vor der Stechuhr und unterhielten sich. Ernst S. war als langgedienter Mitarbeiter bereits einmal Betriebsrat gewesen und wusste um die Probleme: Ein Mitarbeiter war gekündigt worden, weil er die behördlich angeordnete Quarantäne eingehalten hatte. Ein anderer, nachdem er an COVID-19 erkrankt war. Von 160 Arbeitern haben sich 22 mit Corona infiziert. 

AK gibt allen drei Arbeitern Rechtsschutz

Insgesamt werden für die drei Arbeiter mehr als 70.000 Euro eingeklagt, die AK gibt allen drei Arbeitern Rechtsschutz. Für Ernst S. ist eine Abfertigung in Höhe von 12 Monatsentgelten fällig. Der Firma scheint mittlerweile klar geworden zu sein, dass sie voreilig und überzogen gehandelt hat. Sie hat einen Vergleich über die Hälfte der Summe angeboten. Doch die Arbeiter haben den Vergleich abgelehnt. „Wir haben den Abstand eingehalten!“, sagt Ernst S.

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