9.4.2019

Bewerberin wegen Stillens abgelehnt

„Immer wieder tauchen in der AK Arbeits­rechts­beratung Fälle auf, in denen Unter­nehmen grundlegende Arbeit­nehmer­innen­rechte igno­rieren“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. So der Fall einer jungen Mutter, die sich für einen Tag in der Woche für eine gering­fügige Be­schäftigung als Kommissioniererin bewarb. Als sie bekanntgab, dass sie 10 bis 15 Minuten Pause zum Stillen brauche, bekam sie kurz vor ihrem bereits geplanten Vor­stellungs­termin eine allgemein gehaltene Absage. 

Sie bat um eine Begründung und bekam – schriftlich – als Antwort, dass sie die Still­pause nicht einhalten könne. Die Arbeit­nehmerin schrieb zurück: „Grund­sätzlich sollte die Stillzeit (und eine stillende Mutter) kein Aus­schließungs­grund sein. Das wäre diskriminierend. Falls doch, verzichte ich.“ Erneut erhielt sie eine Absage. 

AK Erfolg

Die Arbeit­nehmerin fragte im AK Arbeits­recht nach: „Geht das so?“ Die Antwort lautet: nein. Arbeit­nehmer­innen haben ab einer Arbeits­dauer von acht Stunden am Tag ein Recht auf zwei Mal 45 Minuten Stillpause. Die AK forderte Schaden­ersatz, es kam zu einem außer­gerichtlichen Vergleich über 700 Euro für die Arbeit­nehmerin.