23.1.2019

So kommen Sie zum freien Karfreitag

Alle ArbeitnehmerInnen können vom Arbeitgeber verlangen, am Karfreitag frei zu bekommen – solange der Gesetzgeber nichts anderes beschließt. AK Präsidentin Renate Anderl: „Wir helfen Ihnen dabei, durchzusetzen, was Ihnen jetzt zusteht!“

Die Europäische Gerichtshofs-Entscheidung zum Karfreitag bedeutet:

  • Alle, die den Karfreitag für sich in Anspruch nehmen wollen, müssen zur Geltendmachung ihres Anspruchs den freien Tag verlangen. Hier finden Sie ein diesbezügliches Musterschreiben.

  • Wenn der Arbeitgeber keine Freizeit gewährt, sondern die Arbeitsleistung einfordert, muss er, zusätzlich zum normalen Entgelt, Entgelt für Feiertagsarbeit bezahlen.

  • Wir empfehlen, dem Arbeitgeber ausreichend früh Bescheid zu geben, sodass ihm Zeit bleibt, sich mit dem Ansuchen zu befassen. Die AK empfiehlt, knapp drei Wochen vorher Bescheid zu geben.

  • Arbeitgeber müssen im Falle der Ablehnung des freien Karfreitags ebenso rechtzeitig Bescheid geben, wie es das Arbeitszeitrecht z.B. auch bei Änderungen in Dienstplänen vorsieht, konkret: 14 Tage vorher.

  • In organisierten Betrieben unterstützt der Betriebsrat sicher das Anliegen. Aus Sicht der ArbeitnehmerInnenvertretung wird empfohlen, überhaupt eine Betriebsvereinbarung zum Rahmen der Abwicklung abzuschließen.

  • Ansprüche für Karfreitagsarbeit bereits vergangener Jahre können dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs nach anscheinend nicht durchgesetzt werden.

Hintergrund

Der Europäische Gerichtshof hat aufgrund eines Rechts­schutz­verfahrens der AK Wien entschieden, dass die Regelung des Arbeits­ruhe­gesetzes, wonach nur evangelische, altkatholische und methodistische ArbeitnehmerInnen am Karfreitag frei haben oder ein Feier­tags­arbeits­entgelt bekommen, gegen den EU-Gleichbehandlungsgrundsatz verstößt.