12.12.2019

Vorfahrt für Öffis

In einer Umfrage der AK unter Öffi-PendlerInnen sagten über 80 Prozent, dass sie eine günstige Netzkarte für die Ostregion für „sehr sinnvoll“ halten. Die AK schlägt ein Drei-Stufen-Modell für ein einfacheres Ticketsystem vor. „Wir könnten sofort Verbesserungen für unter 24-Jährige umsetzen und in zwei Jahren ein neues Modell für die Öffi-Jahreskarten in der Ostregion und in ganz Österreich schaffen“, so AK Präsidentin Renate Anderl.

Sofort: 70-Euro-Ticket für alle unter 24 in Ausbildung

Ob Topjugend-Ticket in der Ostregion oder Ausbildungsfreifahrt in anderen Verkehrsverbünden: Die kostengünstige Fahrt zur Ausbildung gilt bisher nicht für alle, die eine Ausbildung machen. Jugendliche mit Behinderung, die eine Spezialeinrichtung besuchen, sind derzeit ebenso ausgeschlossen wie junge Leute, die auf einer Maturaschule ihren Schulabschluss nachholen, oder Studierende.

„Setzen wir ein Zeichen für junge Leute unter 24, die eine Ausbildung oder ein Studium verfolgen: Bieten wir ihnen allen das Topjugend-Ticket für den Verbund“, sagt Anderl. „70 Euro für die Jahreskarte im jeweiligen Verkehrsverbund: So gewinnen wir ein junges Publikum für die Öffis und den Klimaschutz“, sagt Anderl. Nach AK Schätzungen würden davon 150.000 junge Menschen profitieren, darunter über 130.000 Studierende in ganz Österreich. Kostenpunkt: Etwa 120 Millionen Euro für ganz Österreich. 

Zum Fahrplanwechsel 2020: Ein Ticket für die ganze Ostregion!

Kostengünstig, einfach und ein Anreiz, in der Ostregion mit Öffis unterwegs zu sein: Zusätzlich zum derzeit gängigen Tarifmodell, das nach Wegstrecke abrechnet, sollte ein Ticket für die ganze Ostregion angeboten werden. Das Ticket Ostregion könnte 765 Euro (Kernzone Wien 365 Euro im Jahr und Ostregion mit 400 Euro im Jahr) kosten. Kostenschätzung: Rund 80 Millionen Euro für die Ostregion. Bund und Länder der Ostregion müssen das übernehmen.

In zwei Jahren: Ein Ticket für alle Öffis in ganz Österreich

Für rund 1.200 Euro mit allen Verkehrsmitteln durch ganz Österreich, inklusive der Stadtverkehre. Die Kostenschätzung müsste auf den Erfahrungen aufbauen, wie die anderen neuen Tickets angenommen werden. Auch der „sanfte“ Österreich-Tourismus würde davon profitieren.

Grafik © Tea Mina Jaramaz
© Tea Mina Jaramaz