26.9.2019

Energiewende: Energie intelligent nutzen, Lasten fair verteilen

Die Umstellung unseres Energiesystems auf saubere Energie ist notwendig und sinnvoll. Es ist zudem notwendig, dass wir sparsamer mit Energie umgehen. Trotzdem wird die Energiewende mit hohen Kosten verbunden sein. Wichtig ist deshalb die gerechte Verteilung der Kosten und eine breite Basis an ZahlerInnen. 

Am 25.9.2019 wurden im Nationalrat umfangreiche Sonderförderungen für Ökostromanlagen beschlossen – leider immer noch unter dem alten Ökostromgesetz. Das ist nicht nur teuer, sondern diese Gelder werden für das geplante, moderne Erneuerbare Ausbaugesetz (EAG) fehlen. Denn je mehr Anlagen im modernen Erneuerbaren Ausbaugesetz gefördert werden, desto besser ist dies für die Integration der Erneuerbaren in das Stromsystem und damit für den Klimaschutz insgesamt. Wir brauchen dringend das Erneuerbare Ausbaugesetz, das bereits im April dieses Jahres in Begutachtung gehen sollte. Doch dieses Gesetz ist immer noch offen.

Kosten gerecht verteilen

Die Umstellung unseres Energiesystems auf saubere Energie ist mit enormen Kosten verbunden. Wichtig dabei ist die gerechte Verteilung der Kosten und eine breite Basis an ZahlerInnen. Finanziert wird die Förderung Erneuerbarer Energie nicht über das Budget, sondern von den VerbraucherInnen über ihre Stromrechnung.

Schon jetzt bezahlen die Haushalte und kleinen Betriebe 41% der Stromkosten, obwohl sie nur 25% der Energie verbrauchen. Die Industrie und große Unternehmen hingegen verbraucht 43% der Energie, zahlt aber nur 21 % der Kosten. Für die Industrie darf es keine ungerechtfertigten Ausnahmen geben.

Grafik © Tea Mina Jaramaz
© Tea Mina Jaramaz

„Wir müssen eine weitere Schieflage zu Lasten der Haushalte vermeiden“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. „Es darf keine Entwicklung zur Zwei-Klassen-Energiegesellschaft geben: Wer von Energiearmut betroffen ist, muss unterstützt werden. Die AK fordert den erneuerbaren Ausbau stärker über Steuern zu finanzieren, um die StromverbraucherInnen zu entlasten. Bei der Wärmeversorgung müssen die Rechte für Konsumentinnen und Konsumenten geschützt und ausgebaut werden.“ 

Sparsamer mit Energie umgehen

Die Energie- und Klimaziele sind aber nur mit einer deutlichen Reduktion des Energieverbrauches zu schaffen. Dies ist nicht mit freiwilligen Maßnahmen oder Anreizen zu erreichen. „Wir brauchen eine Reform des Energieeffizienzgesetzes mit ambitionierten Maßnahmen, die tatsächlich zu Energieeinsparungen führen und eine Behörde mit Biss, die das überwacht“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl.

Außerdem muss es zusätzliche Förderungen für thermische Sanierungen und den Umstieg auf saubere Heiz- und Kühlsysteme geben, die auch Menschen mit kleineren Einkommen zu Gute kommen.