19.12.2019

Starker Anstieg bei älteren Arbeitslosen

Ältere Arbeitssuchende sind besonders gefährdet, keine Beschäftigung mehr zu finden. Mit dauernder Arbeitssuche erweist es sich zunehmend schwerer, eine Beschäftigung zu finden. Die Unternehmen stellen bevorzugt Jüngere mit einer kurzen Arbeitslosigkeit ein. Dass sich die Zahl der Menschen im Alter über 50 Jahren, die zumindest ein Jahr arbeitslos waren, in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt hat, ist eine der Folgen davon.  

Selbst für hoch qualifizierte ältere Langzeitarbeitslose ist die Arbeitsmarktsituation schlecht. Bei einer schwächeren Konjunktur wird sich die Situation für diese Menschen nicht verbessern. Aus diesem Grund braucht diese Gruppe von Arbeitslosen eine besondere Unterstützung – und möglichst früh, die Chance einer neuen beruflichen Perspektive. 

Grafik © Tea Mina Jaramaz
© Tea Mina Jaramaz

Aktion 20.000 war ein Erfolg

„Die Evaluierung der Aktion 20.000 zeigt ganz deutlich: Dieses Programm war ein Erfolg, es hat den Betroffenen neue Perspektiven gegeben und hatte positive Effekte für die Kommunen und für den Arbeitsmarkt. Ältere Menschen haben weiterhin schlechtere Arbeitsmarktchancen, daher muss die nächste Bundesregierung für eine Neuauflage sorgen. Die AK zeigt mit der Chance 45 – Beschäftigung für Arbeitslose mit mehr als zweijähriger Arbeitslosigkeit wie es geht“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl.

Wie sieht die Chance 45 aus?

Sie ist gedacht für Menschen im Alter über 45 Jahren, die länger als zwei Jahre arbeitslos waren. Für diese Gruppe sollen langfristig 40.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Entlohnung soll den jeweiligen Kollektivverträgen entsprechen, zumindest aber der Mindestlohnforderung des ÖGB in Höhe von 1.700 Euro brutto im Monat entsprechen.

Indem die Maßnahme zu einem Teil durch das Arbeitslosengeld finanziert werden kann, das für die Zielgruppe ohnedies anfallen würde, bleiben die zusätzlichen Kosten überschaubar. Diese Maßnahme hilft den Betroffenen und kommt den Menschen in den Gemeinden und Kommunen zugute. Indem die Menschen vor Ort in die Wahl der Beschäftigung einbezogen werden, kann sichergestellt werden, dass sinnvolle Arbeitsplätze geschaffen werden, von denen alle profitieren. Die geförderten Beschäftigungsplätze können genutzt werden, um die regionale Entwicklung und einen sozial-ökologischen Wandel zu unterstützen. Darüber hinaus wirkt die Maßnahme konjunkturstabilisierend. Mehr Infos zur Chance 45 finden Sie hier.