28.3.2019

Lohndruck durch Rot-Weiß-Rot-Karte

Bisher können unter 30-Jährige Fach­arbeit­nehmer­Innen aus Dritt­staaten dann eine Rot-Weiß-Rot-Karte für „sonstige Schlüssel­kräfte“ erhalten, wenn sie ein Mindest­entgelt von € 2.610,00 brutto (€ 1.807,20 netto) erhalten. Diese Grenze soll auf € 2.000,00 brutto (€ 1.482,54 netto) gesenkt werden.

Der behauptete Fach­kräfte­mangel im Tourismus kann so kaum bewältigt werden – dazu verdienen z.B. Köche und Köchinnen auch nach 5 Berufs­jahren zu wenig. Anders ist das Bild bei den Pflege­kräften – hier könnte die Lohn­entwicklung durch mehr Arbeits­kräfte aus dem Ausland unter Druck geraten, wie das Beispiel der Pflege­assistent­Innen zeigt.

Grafik © Tea Mina Jaramaz

Forderung

Wer genug Fach­arbeit­nehmer­Innen für die heimische Wirtschaft will, muss mehr tun als Zuwanderung von Arbeit­nehmer­Innen erleichtern: 

  • Voll­zeit­arbeit für Frauen möglich machen: Die Hälfte der Frauen arbeiten Teilzeit mit meist wenigen Wochen­stunden. Mehr und bessere öffentliche Unterstützung bei der Kinder­betreuung sind hier die Antwort

  • Ausbildungs­schwer­punkt im AMS: Keine weiteren Kürzungen des AMS-Budgets und ein Schwerpunkt auf Fach­arbeiter­aus­bildung für Arbeitslose

  • Integration von Flüchtlingen: keine Abschiebung von jungen Asyl­werberInnen in einer Lehr­ausbildung, statt Vermittlung als Erntehelfer rasche Anerkennung mitgebrachter Qualifikationen für Asyl­berechtigte im AMS
  • Das Wichtigste: bessere Arbeits­bedingungen insbesondere in der Pflege und im Tourismus: Arbeit­nehmerInnen im Tourismus und in der Pflege sind langen Arbeits­zeiten und schwerer (körperlicher) Arbeit und gleichzeitig einer oft schlechten Entlohnung ausgesetzt.