28.2.2019

Frauen in Führungs­positionen: Die Quote zeigt ihre Wirkung

Seit mehr als zehn Jahren analysiert die AK Wien den Anteil von Frauen in den Kontroll­gremien und Geschäfts­leitungen von börsennotierten Unter­nehmen sowie von den nach Umsatz gereihten 200 größten Unter­nehmen in Österreich. Das Ergebnis fiel immer sehr mager aus. Gab es Zuwächse, bewegten sich diese nur in einem marginalen Bereich. Manchmal mussten auch Rückgänge verzeichnet werden. Deshalb trat die AK Wien jahrelang für die gesetzliche Implementierung einer sogenannten Geschlechter­quote ein, die international – in Ländern wie Frankreich oder Italien – bereits erfolgreich für mehr Gleichstellung im Aufsichts­rat gesorgt an. 

Die Quoten­regelung 

Seit 1. Jänner 2018 sieht nun der österreichische Gesetzgeber eine verbindliche Quote für ein ausgewogeneres Geschlechterverhältnis in Aufsichtsratsgremien vor.  Konkret sieht das Gesetz bei Neubestellungen einen Frauenanteil von mindestens 30 Prozent im Aufsichtsrat vor. Die Quote gilt natürlich auch im umgekehrten Fall: Stellen Männer die unter­repräsentierte Geschlechter­gruppe dar, gilt auch für sie eine Quote von 30 Prozent. 

Mit dem nun vorliegendem Frauen.Management.Report 2019 kann die gesetzliche Quote erstmals evaluiert werden. Und wie die Zahlen zeigen, entfaltet die Quote ihre Wirkung. Der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten jener Unternehmen, die unter diese Quotenregelung fallen, ist in nur einem Jahr zum Teil signifikant gestiegen. „Es zeigt sich also, dass wir mit unserer jahrelangen Forderung genau richtig­gelegen sind. Nur eine gesetzliche Quote bringt den gewünschten Erfolg, Freiwilligkeit reicht nicht aus. Denn jahrelang hat es geheißen: Es gibt nicht genug Frauen für diese Positionen. Offenbar gibt es sie doch“, bringt es Renate Anderl, Präsidentin der AK Wien, auf den Punkt.  

Die Ergebnisse

Konkret hat sich der Frauenanteil in jenen börsennotierten Unternehmen, die unter die Quotenregelung fallen, bereits innerhalb eines Jahres deutlich von 22,0 Prozent (Jänner 2018) auf 27,5 Prozent (Jänner 2019) verbessert (+ 5,5 Prozentpunkte). „Rund die Hälfte der quoten­pflichtigen Unternehmen an der Wiener Börse erfüllt bereits den Mindestanteil von 30 Prozent Frauen im Aufsichtsrat“, sagt Christina Wieser, Studienautorin und Betriebswirtin in der AK Wien. Im Gegensatz dazu konnte der Anteil weiblicher Aufsichtsrats­mitglieder in den nicht-quoten­pflichtigen, börsennotierten Unternehmen nur um 2,1 Prozentpunkte auf lediglich 13,8 Prozent erhöht werden.

Grafik © AK

Unsere Forderung

Daher fordert die AK Wien eine Ausweitung der Geschlechterquote von 30 Prozent in den Aufsichtsratsgremien auf alle börsennotierten Unternehmen sowie auf alle großen Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten.