Junge Frau sitzt am Boden rundherum Umzugskartons © Antonioguillem, stock.adobe.com
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21.6.2021

AK Erfolg: Höchste Zeit – Hilfsfonds für MieterInnen kommt!

„Der von der AK schon länger geforderte Hilfsfonds ist ein erster, wichtiger Schritt für in Not geratene MieterInnen aufgrund der Corona-Krise“, freut sich AK Wohnexperte Thomas Ritt über die Ankündigung von Minister Mückstein über 24 Millionen Euro, um Delogierungen im Zuge der Corona-Krise zu verhindern. 

Hilfsfonds muss für alle MieterInnen gelten

„Der Hilfsfonds muss ohne jede Einschränkung für alle MieterInnen gelten und bei Bedarf auf bis zu 100 Millionen Euro aufgestockt werden.“ Die AK hat berechnet: Mietrückstände von rund 2.500 Euro – im Schnitt fünf Monatsmieten – würden bei einer Delogierung insgesamt Folgekosten von geschätzten 30.900 Euro aus. „Das zeigt, wie nötig und richtig ein Hilfsfonds ist! Werden Mietrückstände übernommen und Delogierungen hintangehalten, vermeidet ein Euro aus einem Hilfsfonds Folgekosten für MieterInnen, VermieterInnen und den Sozialstaat von rund zwölf Euro.“

„Heuer könnten schätzungsweise 48.800 Kündigungen und Räumungsklagen drohen. Die Anzahl der Delogierungen könnte sich heuer im Vergleich zum Vorjahr demnach mehr als verdoppeln – bis zu 26.000 Menschen könnten aus ihrer Wohnung fliegen. Daher ist ein Hilfsfonds mehr als wichtig. Er muss für alle MieterInnen gelten, egal, ob im Gemeindebau, in den Genossenschaften oder im Privatbereich“, verlangt Ritt. „Denn die Folgen der Pandemie werden erst so richtig schlagend werden. Ende März sind ja die Corona-Mietstundungen ausgelaufen und viele MieterInnen kommen mit ihren Mietzahlungen nicht nach.“

Die AK ExpertInnen haben berechnet, was sich an Mindest-Folgekosten bei einer Delogierung anhäufen könnte, wenn eine MieterIn mit den Mieten von rund 2.500 Euro (im Schnitt fünf Monatsmieten) säumig ist:

  • Bis zur zwangsweisen Wohnungsräumung fallen für die MieterIn mindestens 500 Euro an Gerichtskosten an. 
  • Die Kosten der Räumung belaufen sich für die MieterIn auf rund 5.000 Euro.
  • Möbel und sonstige Habseligkeiten müssen eingelagert werden – das macht für eine MieterIn etwa 2.500 Euro aus.
  • Küche, nicht mehr verwendbare Möbel, … – den Delogierten entgehen dadurch Investitionskosten von etwa 4.000 Euro. 
  • Wenn die Wohnung drei Monate leer steht, bis eine neue MieterIn einzieht, kostet das dem Vermieter rund 1.800 Euro.
     

Kosten für den Sozialstaat:

  • Die Unterbringung einer delogierten MieterIn (beispielsweise Notschlafstelle, Heim für Wohnungslose) kostet für ein Jahr rund 14.600 Euro (im Schnitt sind delogierte MieterInnen rund ein Jahr ohne „eigenes Dach“). 
  • Die delogierte MieterIn wird je nach Unterkunft auch noch zusätzlich durch SozialarbeiterInnen betreut – Kosten von rund 2.500 Euro. 

Ein Euro aus Hilfsfonds stoppt Folgekosten von zwölf Euro

Die geschätzten Folgekosten nach einer Delogierung machen rund 30.900 Euro aus. Werden Mietrückstände übernommen und dadurch Delogierungen umgangen, dann vermeidet ein Euro aus einem Hilfsfonds Folgekosten von 12,40 Euro.

„Mit vergleichsweise geringen Hilfsbeträgen können tausende Delogierungen vermieden werden, rund 26.000 Menschen bliebe so viel Leid erspart“, sagt Ritt. „Überdies würden damit Folgekosten von über 500 Millionen Euro gespart.“

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Die Grafik „Kosten einer Delogierung“ finden Sie hier

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