27.4.2017
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Managergehälter: Jetzt Chance auf Trendwende nutzen!

1,5 Millionen € - so viel verdiente im Schnitt ein Vorstand eines ATX-Unternehmens im Vorjahr. Das entspricht dem 51-fachen Medianeinkommen. Die jährlich von der AK Wien durchgeführte Studie zeigt zudem, dass bei der Vergütungspolitik weiterhin überwiegend finanzielle Leistungskriterien als Anreize eingesetzt werden und soziale und ökologische Kriterien auf der Strecke bleiben. Die Novelle der Aktionärsrechterichtlinie bietet aber nun die Möglichkeit, das Vergütungssystem auf eine transparentere und angemessenere Basis zu stellen. 

Wer das Ranking anführt

Wer in den Vorstandsetagen der im Wiener Leitindex ATX gelisteten Konzerne sitzt, braucht sich um seine finanzielle Zukunft keine Sorgen machen. Jahresgagen in Millionenhöhe stehen dort seit Jahren auf dem Gehaltszettel. Aktuell führt das jährlich von der AK Wien erhobene Ranking der aktiven Vorstände (untersucht wurden jene 15 der 20 ATX-Unternehmen, die bis einschließlich 21. April 2017 ihre Geschäftsberichte publiziert haben, entspricht einer ATX-Gewichtung von 80 Prozent) Wolfgang Leitner (Andritz, 3,7 Millionen €) an, gefolgt von Andreas Treichl (Erste Group, 3 Millionen €) und Heimo Scheuch (Wienerberger, 2,5 Millionen €).

Betrachtet man die Langfristentwicklung zeichnet sich folgendes Bild: Während die Vorstandsgagen in den börsennotierten Leitbetrieben seit 2003 (Beginn des Untersuchungszeitraumes) um stolze 172 Prozent zulegten, wuchs das Medianeinkommen nur um knapp 30 Prozent. Und auch der Börse liefen die Gehälter davon, denn beim ATX hieß die Performance seit 2003 bis Ende 2016: plus 70 Prozent.

Falsche Anreize

„Zu diesem Missverhältnis haben falsche Anreize wie die kurzfristige Orientierung am Börsenkurs oder an anderen Finanzkennzahlen wie Überschuss oder EBIT geführt“, sagt Christina Wieser, Studienautorin und Betriebswirtin in der AK Wien. Soziale und ökologische Kriterien werden kaum berücksichtigt, der Faktor Nachhaltigkeit, den es mittlerweile laut Gesetz zu berücksichtigen gilt, wird überwiegend in seiner zeitlichen und nicht in seiner inhaltlichen Komponente interpretiert.

Laut Wieser besteht aktuell aber die Chance, das Vergütungssystem auf eine transparente und angemessenere Basis zu stellen: „Der Europäische Rat hat die Novelle zur Aktionärsrechterichtlinie verabschiedet, nun erfolgt die nationale Umsetzung. Und diese muss bestehende Gesetzeslücken schließen“, betont Wieser. Zudem gibt es auch in den USA einen Vorstoß in Richtung Angemessenheit: Seit Jahresbeginn müssen börsennotierte Unternehmen den Mittelwert der Beschäftigtenlöhne berechnen, diese dem Vorstandsvorsitzenden gegenüberstellen, und das Ergebnis veröffentlichen (Manager to Worker Pay Ratio).

Unsere Forderungen

Punkto Umsetzung der Aktionärsrechterichtlinie fordert die AK:

Nicht die Hauptversammlung, sondern der Aufsichtsrat muss die Vorstandsvergütung bestimmen, eine angemessene Relation festlegen und diesen Faktor auch veröffentlichen.

Die Leistung des Vorstands muss auch anhand nicht-finanzieller Kriterien wie sozialer, ökologischer und Governance-Faktoren bewertet werden. Dazu zählen etwa die Schaffung von Arbeitsplätzen oder Diversität in Belegschaft und Führung.

Eine transparente Berichterstattung über die unterschiedlichen Komponenten der Vergütung. Dazu zählen auch Abfertigungen bzw. Abfindungen und Pensionszusagen, die derzeit nicht separat ausgewiesen werden müssen.

Die gesetzliche Bestimmung, dass Abfindungen bei vorzeitiger Vertragsauflösung ein Jahresgehalt nicht überschreiten dürfen.   

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