Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

AK Frauen.Management.Report: Die Lösung heißt Quote

Seit mehr als zehn Jahren untersucht die Arbeiterkammer Wien den Anteil von Frauen in den Top-Positionen der führenden österreichischen Unternehmen. Große Erfolge sind bis dato ausgeblieben. Dass nur eine gesetzliche Quote wirkt, zeigen Länder wie Frankreich oder Norwegen. In Österreich gilt sie seit 1. Jänner 2018 – und ist angesichts der aktuellen Zahlen auch bitter nötig. 

Geschäftsführungen bleiben in Männerhand

Die nüchternen Daten vorweg: In den Geschäftsführungen der 200 umsatzstärksten Unternehmen beträgt der Frauenanteil mit Stand 2. Jänner 2018 gerade einmal 8,4 Prozent. Damit ist im zehnjährigen Untersuchungszeitraum kein großer Fortschritt geglückt, lag der Anteil 2008 doch bei 4,6 Prozent. Noch schlechter ist das Bild in den börsennotierten Unternehmen: Von insgesamt 195 Positionen im Top-Management sind überhaupt nur zehn (5,1 Prozent) mit Frauen besetzt.  

Aufsichtsrat – Prozentsätze verbessern sich

Wechselt die Betrachtung in den Aufsichtsrat, verbessern sich die Prozentsätze: In den Top-200-Unternehmen sind 18,5 Prozent der Mandate an Frauen vergeben – 2008 machte der Anteil 9,0 Prozent aus. Die ArbeitnehmervertreterInnen sind dabei einen Schritt voraus, ihr Anteil liegt bei 22,4 Prozent, jener in der Kapitalvertretung bei 16,8 Prozent. Auch hier ein Blick auf die Börsen-Firmen: Der Frauen-Anteil in den Aufsichtsräten erreicht aktuell 18 Prozent. Wie bei den Top-200-Unternehmen haben auch hier die BetriebsrätInnen in den Gremien prozentmäßig die Nase vorn. 

Ursachen für die männerdominierten Führungsspitzen

Als Ursachen für die männerdominierten Führungsspitzen ortet Christina Wieser, Betriebswirtin in der AK Wien und Autorin des Frauen.Management.Reports, folgendes: „Die Rekrutierung erfolgt vorwiegend aus persönlichen Netzwerken, die Auswahlprozesse laufen unstrukturiert ab.“ Ihr Fazit daher: „Nur eine gesetzliche Quotenregelung bringt den gewünschten Erfolg. Deshalb sind wir auch sehr stolz, dass in Österreich nach vielen Jahren der Bemühungen endlich eine solche eingeführt wurde. Diese Quote schafft die Voraussetzung dafür, dass nicht mehr ausschließlich auf Kandidaten aus dem Freundeszirkel zurückgegriffen wird.“ 

Ein Blick in andere Länder Europas zeigt die Wirkung der Quote

Während der durchschnittliche Anteil von Frauen in Aufsichts- oder Verwaltungsräten bei 25 Prozent liegt, können Länder mit einer gesetzlichen Regelung mit weit höheren Prozentsätzen aufwarten. So kommt etwa Frankreich auf einen Anteil von 43 Prozent, Norwegen auf 42 Prozent.  

Österreich: Quotenregelung für Aufsichtsräte seit 1. Jänner

Konkret sieht das sogenannte „Gleichstellungsgesetz von Frauen und Männern im Aufsichtsrat“ in Österreich eine verpflichtende Geschlechterquote von 30 Prozent für Aufsichtsräte von Gesellschaften mit mehr als 1.000 Beschäftigten und börsennotierten Unternehmen dann vor, wenn sich der Aufsichtsrat aus mindestens sechs Mitgliedern (KapitalvertreterInnen) zusammensetzt und die Belegschaft zu mindestens 20 Prozent aus Frauen besteht. 

In Österreich gilt das Gesetz für Neubestellungen ab diesem Jahr. Wird die vorgeschriebene Quote missachtet, folgt eine Sanktion. Dazu Wieser: „Dann bleibt der Stuhl leer.“ In Deutschland (Quotenregelung seit 1. Jänner 2016) sieht der Gesetzgeber übrigens ebenfalls eine Nicht-Besetzung bei Nicht-Einhaltung der Quote vor. „Und es ist noch keine Position unbesetzt geblieben. Die Frauen sind da, man muss nur den Blick und vor allem das Anforderungsprofil schärfen“, sagt Wieser.

Forderung

Um die neue Regelung besser untersuchen zu können, fordert die AK von der Regierung einen jährlichen Fortschrittsbericht. „Jetzt sind aber auch die Unternehmen gefragt: Bereits bei der Nachfolgeplanung müssen Frauen entsprechend berücksichtig werden“, fordert Wieser. Außerdem bedarf es neuer Arbeitszeitmodelle wie das sogenannte „Top-Sharing“, damit auch Frauen mit Teilzeitjobs die Chance auf eine Führungsposition haben.

Bessere Chancen beim Wiedereinstieg

Durch den Ausbau der Kinderbetreuung und Reformen beim Kinderbetreuungsgeld schaffen Frauen den Wiedereinstieg in den Beruf deutlich schneller.

Junge Frauen stellen (zu) hohe Ansprüche an sich

Die Erwartungen junger Frauen an sich selbst sind hoch geschraubt. Das zeigt eine IFES-Studie im Auftrag der Arbeiterkammer Wien.

Kollektivverträge bringen Vorteile für Familien

Die Kollektivverträge regeln weit mehr als Löhne und Gehälter. Vieles davon kommt besonders Familien zugute.

TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Facebook-Funktion aktivieren

Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen
Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK