08.06.2017
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Masterplan für bessere Kinderbetreuung

Die Zahlen sind eindeutig: Während in Wien für 45 Prozent der Null- bis Zweijährigen ein Platz in einem Kindertagesheim oder bei Tageseltern zur Verfügung steht, liegt die Betreuungsquote in dieser Altersgruppe in Oberösterreich bei 16, in der Steiermark bei 18 Prozent. Die AK fordert daher, Mittel aus dem spezifischen EU-Programm für die Entwicklung des ländlichen Raums zielgerichtet einzusetzen.

Betreuungsquoten nach Bundesland © AK Wien, Grafik

Am 08.06.2017 wurde von Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter als zuständiger Ressortverantwortlicher die Stoßrichtung des Masterplans für den ländlichen Raum vorgestellt. Seit 1999 gibt es ein spezifisches EU-Programm für die Entwicklung des ländlichen Raums. In Österreich stehen dafür jährlich mehr als eine Milliarde Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Für die Umsetzung wichtiger Maßnahmen, wie den sozialen Dienstleistungen im ländlichen Raum, sind die Länder verantwortlich. In manchen Bundesländern wie in Niederösterreich ist leider bis jetzt das Geld „aus Brüssel“ dafür liegen geblieben, obwohl damit zB Einrichtungen für Kinderbetreuung, Pflege und Mobilität finanziert hätte werden können. Wenn nun das Ergebnis des Masterplans zeigt, dass genau diese Maßnahmen notwendig sind, sollten die längst überfälligen Aktivitäten endlich in Angriff genommen werden. „Taten statt Worte! Denn es ist höchst an der Zeit, die Mittel zielgerichtet einzusetzen“, sagt Christa Schlager, Leiterin der Abteilung Wirtschaftspolitik der AK Wien.

Derzeit haben nur in Wien junge Familien die Möglichkeit, ihre Kinder früher gut versorgen zu lassen und selber erwerbstätig zu sein. Je ländlicher desto schwieriger wird der Wiedereinstieg ins Berufsleben. Das macht es für junge Frauen nicht gerade attraktiv zu bleiben oder nach einer Ausbildung in einer Stadt zurückzukehren. „All das weiß frau schon lange bevor der Masterplan erfunden wurde“, sagt Christa Schlager. Nicht zuletzt schafft der Ausbau von Kinderbetreuung auch Arbeitsplätze: nach einer Studie der AK Wien könnten durch die Beseitigung der aktuellen Lücken je nach wirtschaftlicher Entwicklung zwischen 30.000 und knapp 45.000 Menschen zusätzlich in Beschäftigung kommen. 

Forderung

  • Anpassung des EU-Programms und stärkere Fokussierung auf allgemeine Bedürfnisse des ländlichen Raums wie Arbeitsplätze, Infrastruktur, soziale Dienste, Kinderbetreuung

  • Maximale Ausschöpfung der EU-Programm-Gelder für Kinderbetreuung
  • Schaffung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum 
  • Die Regierung soll bei den Verhandlungen zur neuen Programmperiode ab 2021 für die Weiterentwicklung des Programms ländlicher Raum für alle am Land Lebenden und Tätigen eintreten

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