Gleichbehandlungsrecht ausbauen! © Christian Fischer
© Christian Fischer
10.6.2020

Vienna Pride: Anderl will Gleichbehandlungsrecht ausbauen

Mehr als 200.000 ArbeitnehmerInnen in Österreich sind homosexuell oder bisexuell oder lassen sich nicht der gängigen Kategorisierung von Mann oder Frau zuordnen. „Wer wen liebt, darf im 21. Jahrhundert keine Rolle spielen – tut es aber doch“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. 

Tipp

Die Studie „Arbeitssituation von LSBTI-Personen in Österreich“ zum Downloaden finden Sie hier

„Benachteiligungen in der Arbeit oder bei der Wohnungssuche sind nach wie vor an der Tagesordnung. Das muss geändert werden, die AK setzt sich auch hier für Gerechtigkeit ein. Als Zeichen dafür werden wir die AK Zentrale im 4. Wiener Gemeindebezirk mit der Regenbogenflagge schmücken.“

Laut AK Studie werden 60 Prozent im Job diskriminiert

Im Auftrag der Arbeiterkammer hat SORA die erste österreichweite Studie zu Homosexualität und sexueller Identität in der Arbeitswelt durchgeführt.

  • Jede bzw. jeder Fünfte schweigt im Job über die eigene Orientierung bzw. Identität.

  • 60 Prozent der Befragten sind an ihrem Arbeitsplatz immer wieder mit obszönen Witzen konfrontiert, werden ausgegrenzt oder es werden Gerüchte über sie verbreitet.

  • 30 Prozent haben berufliche Benachteiligungen erfahren.

  • In einer weiteren Studie der AK zum Thema Diskriminierung gibt fast jede und jeder Dritte gleichgeschlechtlich liebende Mensch an, beim Wohnen diskriminiert worden zu sein.

Für die AK ist klar: Das Gleichbehandlungsrecht muss ausgebaut werden! 

  • Das Gleichbehandlungsrecht muss verbessert werden. Lücken im Schutz vor Diskriminierung gibt es auch abseits der Arbeitswelt, insbesondere im Wohnrecht. Hier muss es einen Schutz vor Diskriminierung von Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung, des Alters, der Religion oder der Weltanschauung geben. 

  • Die Gleichbehandlungsanwaltschaft und NGOs, die bei der Bekämpfung von Diskriminierung unterstützen, müssen ausgebaut, die Gleichbehandlungskommission besser ausgestattet werden: Eine Wartezeit von durchschnittlich 1,5 Jahren bei Diskriminierungen in der Arbeitswelt ist für Betroffene eine Zumutung, Entscheidungen müssen rascher fallen.

Tipp

Die Studie „Arbeitssituation von LSBTI-Personen in Österreich“ zum Downloaden finden Sie hier

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Die Studie „Arbeitssituation von LSBTI-Personen in Österreich“ zum Downloaden finden Sie hier