Frauenpower © Coloures-Pic , stock.adobe.com
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28.6.2021

Studie „Frauen – Politik – Medien 2020“

Die Corona-Pandemie stellt Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Gesundheitssystem auf den Prüfstand. Wie Frauen in dieser historischen Phase mitgestalten können und wie sichtbar sie im öffentlichen Diskurs sind, ist Gegenstand der aktuellen Studie „Frauen – Politik – Medien“ von MediaAffairs in Kooperation mit Acredia, Arbeiterkammer (AK), Industriellenvereinigung (IV) und RHI Magnesita. 

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Die Studie „Frauen – Politik – Medien“  zum Downloaden finden Sie hier

Frauenpolitik als Krisenverliererin 

Erstmals liefert die Medienstudie eine fundierte Basis dafür, wie sich eine Krise von solch enormer Intensität auf die Sichtbarkeit und die öffentliche Wahrnehmung von Frauen auswirkt. Seit mittlerweile acht Jahren untersucht die Agentur MediaAffairs regelmäßig die mediale Sichtbarkeit und Präsenz von Frauen sowie den Stellenwert der Frauen(-politik) in der aktuellen politischen Debatte.

„Entgegen vieler positiver Entwicklungen der letzten Jahre verschwinden Frauen aktuell zunehmend aus der ersten Reihe. Diese Entwicklung steht im krassen Widerspruch zu unzähligen internationalen Studien, die belegen, dass diverse Teams und Frauen in Führung Organisationen deutlich innovativer, erfolgreicher und resilienter machen“, so Studienautorin Maria Pernegger.

Mediale Bühne gehört zu 77 % den Männern

Im monothematischen Umfeld der Krise gehöre die mediale Bühne zu 77 Prozent den Männern. Frauen seien als Expertinnen, Medizinerinnen, Unternehmerinnen oder Vertreterinnen von Organisationen mit einem Anteil von 23 Prozent nur unterdurchschnittlich sichtbar.

„Vergleiche mit dem Jahr 2018 zeigen deutliche Rückgänge bei der medialen Sichtbarkeit von Managerinnen und Unternehmerinnen, insbesondere in prestigeträchtigen und finanzstarken Branchen – etwa in den Bereichen Telekommunikation, in der Finanzbranche, in der Bau- und Immobilienbranche, im Sport oder auch in der produzierenden Industrie. Zugewinne zeichnen sich für Frauen vor allem im Sozialbereich, Touristik und im Dienstleistungsbereich ab“, so Pernegger.

Auch die Schlüsselrolle der Frauen als Systemerhalterinnen werde so nicht widergespiegelt – obwohl sich der Frauenanteil in systemerhaltenden Berufen auf beinahe zwei Drittel beläuft, beträgt der Anteil in den analysierten Medien nur 40 Prozent. In der Frauenpolitik zeige sich durch den gestiegenen Anteil von Frauen in der Spitzenpolitik eine erhöhte Sichtbarkeit, speziell frauenpolitische Inhalte fallen aber weit zurück. „Die Frauenpolitik ist eine Krisenverliererin“, resümiert Pernegger.

Frauen setzen andere Akzente

Die Studie zeige zudem, dass Frauen – wenn sie in Entscheidungspositionen präsent sind – andere Akzente setzen als Männer. Frauen würden fast doppelt so stark auf Digitalisierungsprozesse fokussieren, die Erschließung neuer Märkte forcieren und eher in die Gesundheitsförderung investieren.

Pernegger sieht in der Krise ein Momentum für Chancengerechtigkeit, das aber aktuell kaum genutzt wird. „Ähnlich wie die Digitalisierung, die einen enormen Aufwind erfahren hat, weil sie spürbare Wettbewerbsvorteile bringt, wird auch Diversität künftig verstärkt über Sein und Nicht-Sein von Organisationen entscheiden“, ist die Studienautorin überzeugt. So könnte der Fachkräftemangel – etwa in der IT oder im naturwissenschaftlichen Bereich – durch den weiblichen Talentepool entschärft werden.

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