2.6.2020

Leichter Rückgang bei Arbeitslosigkeit muss Ansporn für Mehr sein

Der leichte Rückgang bei der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat darf die ArbeitsmarktpolitikerInnen nicht in Sicherheit wiegen, dass alles automatisch besser werden könnte. Das muss vielmehr Ansporn sein, sich voll und ganz auf das Lösen dieses Riesenproblems zu konzentrieren, fordert AK Präsidentin Renate Anderl und begrüßt, dass Arbeitgeber wieder Schritt für Schritt Menschen zurück in Beschäftigung holen. 

Dies – so die Präsidentin – müsse aber zu den Einkommens- und Arbeitsbedingungen wie vor dem Lockdown geschehen. Die Corona-Krise darf kein Vorwand für Lohndruck und Verschlechterung der Arbeitsbedingungen sein. Auch die Rückkehr aus der Kurzarbeit muss die Menschen in die richtige Richtung führen, nämlich zurück in Vollbeschäftigung und nicht in die Arbeitslosigkeit, sagt Anderl. Und: Ziel muss sein, möglichst rasch die Zahl der Arbeitssuchenden wieder auf das Vorkrisenniveau zu senken. Dafür müssen auch alte Wege verlassen und vermehrt neue Arbeitsmärkte erschlossen werden. Das sind insbesondere

  • Dienstleistungen am Menschen, etwa Bildung und Kinderbetreuung sowie der Gesundheits- und Pflegebereich, wo schon in der Vergangenheit die Nachfrage nach Arbeitskräften nicht abgedeckt werden konnte und der Bedarf in Zukunft noch steigen wird. 

  • der große Bereich der Digitalisierung und 

  • der Kampf gegen die Klimakrise: Hier werden sich eine Fülle an ganz neuen Berufsfeldern erschließen. Manche sind bereits längst bekannt, wie etwa die/er Solartechniker/in, aber die Menschen werden derzeit nur ungenügend darüber informiert und dafür aus-, um- oder weitergebildet.     

Anderl: „Diese drei Bereiche zählen sicher zu den chancenreichsten Segmenten auf dem Arbeitsmarkt und bieten beste Arbeits- und Aufstiegsmöglichkeiten auch für Frauen und Junge. Alle brauchen gute Arbeitsbedingungen, faire Einkommen und Zugang zu sozialstaatlichen Leistungen.“