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Kündigung und Zwangsurlaub

Viele Firmen geraten jetzt unter Druck und wollen Ihre Mitarbeiter in Urlaub schicken oder das Arbeitsverhältnis einvernehmlich lösen. 

Alternative

Bitte schlagen Sie Ihrer ArbeitgeberIn unbedingt Kurzarbeit vor!

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Bitte schlagen Sie Ihrer ArbeitgeberIn unbedingt Kurzarbeit vor!

Mein Arbeitgeber will eine einvernehmliche Lösung und mich später wiedereinstellen. Soll ich das akzeptieren?

Die Kündigung Ihres Arbeitsverhältnisses ist rechtlich leider jederzeit möglich, sofern die entsprechenden Fristen und Formvorschriften erfüllt werden. Bei einer einvernehmlichen Lösung müssen außerdem sowohl Sie als auch Ihr Arbeitgeber ihre ausdrückliche Zustimmung erteilen. Es gibt aber weniger drastische Mittel, um die aktuelle Krisensituation zu überbrücken!

Bitte schlagen Sie Ihrer ArbeitgeberIn unbedingt Kurzarbeit vor! Genau diese Maßnahme trug während der Finanzkrise 2008/2009 wesentlich dazu bei, Kündigungen bestmöglich zu vermeiden. Während der Kurzarbeit bekommen Sie bis zu 90% Ihres bisherigen Lohnes vom AMS ersetzt. Ihr Arbeitgeber kann in dieser Zeit seine Lohnkosten auf bis zu Null senken. Das Arbeitslosengeld beträgt demgegenüber nur rund 55%.  

Wie kann ich mich gegen eine Kündigung wehren?

Ihr Arbeitgeber kann Sie auch jetzt jederzeit kündigen, wenn Sie nicht aufgrund von Kurzarbeit oder anderen Gründen einen besonderen Entlassungs- und Kündigungsschutz haben. Sie können auch gekündigt werden, während Sie im Krankenstand sind.

Eine Entlassung, also die „Fristlose“, darf Ihnen der Arbeitgeber nur dann geben, wenn Sie eine schwere Verfehlung begangen haben, wie z.B. einen Diebstahl, sodass Ihrem Chef nicht zugemutet werden kann, Sie auch nur einen Tag länger zu beschäftigen.

Was tun bei einer Entlassung oder einer unzulässigen Kündigung?

Arbeiterkammer und Gewerkschaften helfen Ihnen dabei, eine unzulässige Kündigung oder eine ungerechtfertigte Entlassung zu bekämpfen. Melden Sie sich bei uns!

ACHTUNG: Grundsätzlich können Sie eine Kündigung oder Entlassung nur für sehr kurze Zeit, nämlich innerhalb von 14 Tagen beim Arbeits-und Sozialgericht anfechten! Die Kündigung oder Entlassung muss nicht schriftlich sein. Auch eine mündliche Kündigung oder Entlassung gilt!

Kann ich dazu gezwungen werden, Urlaub oder Zeitausgleich abzubauen?

Urlaub ist Vereinbarungssache zwischen Ihnen und Ihrem Chef. Das bedeutet: Sie müssen sich beide einig werden, wenn tatsächlich ein Urlaub verbraucht werden soll. 

Allerdings gibt es hier eine Einschränkung: Ihr Arbeitgeber kann in der Zeit der COVID-19 bedingten Betriebseinschränkungen (bzw. Betriebsschließungen), wenn Ihre Anwesenheit im Betrieb daher faktisch nicht möglich ist, den Abbau von Urlaubsguthaben aus Vorjahren, von zwei Wochen des aktuellen Urlaubsanspruchs sowie eines allfälligen Zeitausgleichs-Guthabens von Ihnen verlangen (in Summe jedoch maximal 8 Wochen!).

Im zweiten Lockdown bedeutet das: sollte der Betrieb Ihres Arbeitgebers von einer Betriebseinschränkung bzw. Betriebsschließung auf Grund der Lockdown-Verordnung betroffen sein, kann der Verbrauch von Zeitausgleich, von Urlauben aus vergangenen Urlaubsjahren (=Arbeits- bzw. Kalenderjahren) sowie von Urlaub im Ausmaß von 2 Wochen aus dem aktuellen Urlaubsjahr (=Arbeits- bzw. Kalenderjahr) angeordnet werden. Die gesamte Anordnung darf im Zeitraum 15.03.2020 bis 31.12.2020 aber 8 Wochen an Guthaben nicht überschreiten!

Das ist eine vorübergehende Ausnahme von der Grundregel, dass Urlaub grundsätzlich vereinbart werden muss. Ein Aufbau von Minusstunden oder ein Vorgriff auf Urlaubsansprüche aus der Zukunft sind von dieser Gesetzesbestimmung jedoch ausdrücklich nicht vorgesehen!

Achtung!

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