Ich bin arbeitslos

Ich bin gerade arbeitslos geworden. Was muss ich tun?

Stellen Sie einen Antrag auf Arbeitslosengeld beim AMS!

Wenn Sie ein e-AMS-Konto haben, dann bringen Sie den Antrag am besten elektronisch per eAMS ein. Das Gesetz schreibt in diesem Fall vor, dass Sie innerhalb von 10 Tagen zusätzlich persönlich zum AMS gehen müssen. Wegen des COVID-19-Virus versucht das AMS weiterhin persönliche Termine möglichst zu reduzieren. Fragen Sie daher unbedingt beim AMS nach, ob zusätzlich zum Antrag per eAMS auch noch ein persönlicher Termin erforderlich ist.

Wenn Sie kein e-AMS-Konto haben, fragen Sie am besten noch vor Eintritt der Arbeitslosigkeit, aber spätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit, direkt beim AMS nach, ob Sie den Antrag auf Arbeitslosengeld auch telefonisch oder per E-Mail stellen können.

Beachten Sie bitte, dass das Arbeitslosengeld grundsätzlich nicht rückwirkend gewährt wird, sondern erst ab dem Tag der Geltendmachung.

kontakte zum AMS

WebTipp

Sie finden Corona-Informationen aber auch direkt auf der Homepage des AMS.

Muss ich persönliche Termine beim AMS einhalten?

Das AMS schreibt in der derzeitigen Situation persönliche Termine nur dann vor, wenn sie unbedingt erforderlich sind. Das AMS wird daher überwiegend telefonisch, per E-Mail oder eAMS Kontakt mit Ihnen aufnehmen.

Wenn Sie aber zu einem persönlichen Termin eingeladen werden, müssen Sie davon ausgehen, dass der Termin verpflichtend ist. Das AMS wird die erforderlichen Schutzmaßnahmen ergreifen, um Sie und alle anderen KundInnen des AMS nicht zu gefährden. Wie in allen öffentlichen Gebäuden muss auch im AMS ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Sind Sie aber krank oder können den Termin aus einem anderen triftigen Grund nicht einhalten (zB Ihr Kind ist krank und es gibt keine andere Betreuungsperson oder Sie haben ein Vorstellungsgespräch), dann teilen Sie das Ihrem Berater/Ihrer Beraterin beim AMS vor dem Termin mit. Wenn Sie einen Termin grundlos nicht einhalten, wird im Normalfall die Leistung eingestellt, bis Sie wieder persönlich beim AMS vorsprechen.

Muss ich mich in der Corona-Krise auf Vermittlungsvorschläge des AMS bewerben und auch die vereinbarte/vorgeschriebene Eigeninitiative erfüllen?

Ja. Wenn Sie eine zumutbare Beschäftigung nicht annehmen oder das Zustandekommen verhindern, verlieren Sie für 6 Wochen (im Wiederholungsfall 8 Wochen) den Anspruch auf Ihr Arbeitslosengeld/Notstandshilfe. Den Anspruch auf Ihre Leistung können Sie auch dann verlieren, wenn Sie die vom AMS vorgeschriebene Eigeninitiative nicht erfüllen.

Generell ist in der derzeitigen Situation eine angebotene Beschäftigung nur dann zumutbar, wenn der/die potentielle ArbeitgeberIn die Einhaltung der für den Betrieb geltenden COVID-19-Schutzmaßnahmen (Mund-Nasen-Schutz-Masken, Abstand, etc.) sicherstellt.

Informationen dazu, wann eine Beschäftigung allgemein zumutbar im Sinne des Arbeitslosenversicherungsgesetzes ist finden Sie hier.

Wenn Sie Zweifel an der Zumutbarkeit der Stelle haben setzen Sie sich bitte sofort nach Erhalt des Vermittlungsvorschlages mit Ihrer Beraterin/Ihrem Berater beim AMS ins Verbindung.

Kann mich das AMS nach wie vor in ein anderes Bundesland vermitteln?

Ja. Sie können auf einen Arbeitsplatz in ein anderes Bundesland vermittelt werden, wenn 

  • die zumutbare tägliche Wegzeit (Vollzeit-Beschäftigung: Jedenfalls 2 Stunden täglich für Hin- und Rückreise. Teilzeit-Beschäftigung: Jedenfalls 1,5 Stunden täglich für die Hin- und Rückreise.) nicht überschritten wird oder vom Arbeitgeber eine Unterkunft zur Verfügung gestellt wird,
  • Sie Ihre Betreuungspflichten weiterhin einhalten können,
  • die Beschäftigung Ihren körperlichen Fähigkeiten entspricht und weder die Gesundheit noch die Sittlichkeit gefährdet und
  • der/die ArbeitgeberIn die Einhaltung der für den Betrieb geltenden COVID-19-Schutzmaßnahmen (Mund-Nasen-Schutz-Masken, Abstand, etc.) sicherstellt.

Muss ich derzeit zu einer AMS-Schulung?

Wenn Sie eine Kurszuweisung vom AMS erhalten und der Kurs objektiv dazu geeignet ist, Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen, dann müssen Sie an dem Kurs teilnehmen. Weigern Sie sich ohne triftigen Grund an dem Kurs teilzunehmen, wird das AMS Ihre Leistung für 6 bis 8 Wochen sperren.

Vom AMS beauftragte Aus- und Weiterbildungen sind vom Lockdown im November nicht betroffen und werden unter Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen weiter stattfinden. Die COVID-19-Schutzmaßnahmen-VO sieht dazu extra vor, dass vom Veranstaltungsverbot nach § 13 "Zusammenkünfte zu erforderlichen beruflichen Aus- und Fortbildungszwecken" ausgenommen sind.

Das AMS und seine Ausbildungseinrichtungen sind verpflichtet, die von der Bundesregierung vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen einzuhalten (Mund-Nasen-Schutz, Einhaltung des erforderlichen Mindestabstands von einem Meter) und die Einhaltung von Hygienevorschriften (z.B. durch Beistellung von Desinfektionsmitteln, der Sicherstellung von Waschgelegenheiten, etc.) sicherstellen.

Ich bin arbeitslos, denke aber, ich gehöre zur Risikogruppe. Was gilt?

Das Informationsschreiben des Dachverbands der Sozialversicherungsträger ergeht grundsätzlich nur an ArbeitnehmerInnen und Lehrlinge, nicht jedoch an Arbeitslose.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann Ihren Gesundheitszustand und allfällige Gefahren im Zusammenhang mit einer möglichen COVID-19 Infektion aber schriftlich festhalten. Das AMS muss chronische Erkrankungen bei der Vermittlung neuer Arbeitsplätze bzw. der Zuweisung in AMS-Maßnahmen berücksichtigen. Das erfordern die Zumutbarkeitsregeln des Arbeitslosenversicherungsgesetzes. Wichtig ist aber, dass Sie das AMS über Ihre chronischen Krankheiten informieren und dafür auch die entsprechenden ärztlichen Atteste vorlegen. Nur dann kann das AMS darauf Rücksicht nehmen.

Die Zugehörigkeit zur Risikogruppe schließt die Vermittlung einer neuen Beschäftigung durch das AMS grundsätzlich nicht aus. Ergreifen mögliche neue ArbeitgeberInnen die von der Bundesregierung festgelegten Schutzmaßnahmen ist die zugewiesene Stelle zumutbar. Bewerben Sie sich nicht für eine zumutbare Stelle, dann kann das AMS eine Sperre der Leistung von 6 Wochen (im Wiederholungsfall 8 Wochen) verhängen.

Wenn Sie Zweifel an der Zumutbarkeit der Stelle haben setzen Sie sich bitte sofort nach Erhalt des Vermittlungsvorschlages mit Ihrer Beraterin/Ihrem Berater beim AMS in Verbindung.

Das gilt auch dann, wenn Sie selbst nicht der Risikogruppe angehören, aber mit einer Person im gemeinsamen Haushalt leben, die eine COVID-19-Risiko-Attest erhalten hat. Sie müssen das dem AMS melden.

Diese Grundsätze gelten auch dann, wenn Sie eine Zuweisung zu einer Maßnahme des AMS erhalten.

Ich bin in Heimquarantäne? Verliere ich jetzt mein Arbeitslosengeld/ Notstandshilfe?

Nein. Wenn Ihnen die Gesundheitsbehörde eine Heimquarantäne angeordnet hat, dann verlieren Sie Ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld/Notstandshilfe nicht. Sie müssen Ihre Beraterin/Ihren Berater beim AMS aber unverzüglich darüber informieren, dass die Quarantäne angeordnet wurde. Wenn die Quarantäne beendet ist, melden Sie sich bitte sofort wieder beim AMS.

Beachten Sie, dass Sie auch während der Quarantäne Vermittlungsvorschläge vom AMS bekommen können und sich auch telefonisch, schriftlich oder per E-mail bewerben müssen.

Persönliche Bewerbungen, Bewerbungsgespräche und Kursteilnahmen können aber erst nach Ende der behördlich angeordneten Quarantäne stattfinden.

Ich bin arbeitslos und habe ein Kind in Schule oder Kindergarten. Der Unterricht findet nicht an allen Tagen statt bzw. soll mein Kind jetzt zu Hause bleiben. Was mache ich?

Trotz des am 17.11.2020 beginnenden „zweiten Lockdowns“ soll nach Ankündigung der Bundesregierung die Betreuung von Kindern bis zum 14. Lebensjahr in Schule und Kindergarten gewährleistet bleiben. Ist das nicht der Fall, dann setzen Sie sich mit Ihrem AMS-Berater/Ihrer AMS-Beraterin entweder telefonisch oder per e-AMS in Verbindung und klären Sie die weitere Vorgehensweise. Notieren Sie sich den Zeitpunkt des Anrufs und mit wem Sie gesprochen haben.

Werden mir Beihilfen gestrichen, wenn Kurse nicht stattfinden?

Nein. Auch wenn der Schulungsbetrieb ausgesetzt ist, erhalten Sie weiterhin die Beihilfe zur Deckung des Lebensunterhalts, Kurskostenbeihilfe oder Ihre Leistung aus der Arbeitslosenversicherung.

Ich beziehe Weiterbildungsgeld, Bildungsteilzeitgeld oder Fachkräftestipendium. Was gilt für mich?

Wenn Ihre Weiterbildungsmaßnahme derzeit nicht stattfinden sollte, informieren Sie das AMS darüber, um die weitere Vorgehensweise abzuklären.

Für den Anspruch auf Weiterbildungsgeld während Bildungskarenz und Bildungsteilzeitgeld während Bildungsteilzeit gilt:

Können Sie aufgrund von Covid-19-bedingten Einschränkungen

  • Ihre Weiterbildungsmaßnahme nicht besuchen und Sie können daher das geforderte wöchentliche Ausmaß (20 bzw. 16 Wochenstunden) nicht erreichen oder
  • Sie können eine bereits begonnene Ausbildung mit konkretem Ausbildungsziel nicht abschließen

dann ist eine Verlängerung der höchstmöglichen Bezugsdauer der AMS-Leistung möglich. Entsprechende Bestätigungen über die Coronabedingten Einschränkungen sind dem AMS vorzulegen. 

Eine wegen Corona unterbrochene Bildungskarenz/-teilzeit kann auch später fortgesetzt werden, selbst wenn Sie während der Unterbrechung zum Beispiel vorübergehend arbeitslos waren und später vom selben Arbeitgeber wiedereingestellt wurden.  

Diese Sonderregelungen gelten befristet im Zeitraum 16.3.2020 bis 31.12.2024. Setzen Sie sich mit Ihrem Berater/Ihrer Beraterin beim AMS in Verbindung, um die genauen Rahmenbedingungen abzuklären.

Was gilt für sozialökonomische Betriebe oder gemeinnützigen Beschäftigungsprojekte?

Ob die Arbeit im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses in sozialökonomischen Betrieben und gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten weitergeht, hängt davon ab, in welchem Bereich Sie tätig sind. Bitte kontaktieren Sie Ihren Arbeitgeber.

Ich habe aus Angst vor dem Corona-Virus selbst gekündigt. Muss ich jetzt vier Wochen auf mein Arbeitslosengeld warten?

Das wird im Einzelfall geprüft. Geben Sie dem AMS bekannt, warum Sie das Arbeitsverhältnis beendet haben. Das AMS wird entscheiden, ob ein Nachsichtsgrund vorliegt.

Haben Sie das Arbeitsverhältnis aus gesundheitlichen Gründen beendet und liegt ein ärztliches Attest vor, das belegt, dass Ihnen die Tätigkeit nicht mehr zumutbar war, dann liegt ein Nachsichtsgrund vor.

Muss ich den Untersuchungstermin zur Beurteilung meiner Arbeitsfähigkeit einhalten?

Wenn Sie einen Termin zur Begutachtung grundlos nicht einhalten, wird im Normalfall die Leistung eingestellt. Wenn Sie den Untersuchungstermin aus wichtigen Gründen nicht einhalten können, teilen Sie Ihrem Berater / Ihrer Beraterin im AMS mit, warum Ihnen das nicht möglich ist.

Stimmt es, dass die Notstandshilfe aufgrund der Corona-Krise erhöht wird?

Der Nationalrat hat am 28.4.2020 beschlossen, dass im Zeitraum 16. März 2020 bis 30. September 2020 die Notstandshilfe in der Höhe des – der Notstandshilfe zugrundeliegenden – Arbeitslosengeldes gebührt. Die befristete Erhöhung gilt nicht nur für aufgrund der Covid 19-Krise arbeitslos gewordene Menschen, sondern auch für Menschen die zu diesem Zeitpunkt bereits Notstandshilfe bezogen haben. Die Erhöhung der Notstandshilfe wurde per Verordnung bis 31. Dezember 2020 verlängert.

Das bedeutet, dass in diesem begrenzten Zeitraum

  • die Notstandshilfe in Höhe Ihres letzten Arbeitslosengeldes bezahlt wird,
  • eigenes Einkommen nicht auf die Notstandshilfe angerechnet wird,
  • die Notstandshilfe auch nicht gedeckelt wird und außerdem
  • der Berufs- und Entgeltschutz in den Monaten Mai bis einschließlich September 2020 weiterhin aufrecht bleibt. (Details zu Berufs- und Entgeltschutz finden Sie in unserem Ratgeber „Arbeitslos – was nun?“)

Wichtig! 

Die erhöhte Notstandshilfe von Mai bis Dezember 2020 wird automatisch im Folgemonat vom AMS bezahlt. Die Nachzahlung für die Zeit vom 16.3. – 30.4. verzögert sich allerdings bis in den Herbst 2020.

Wenn Sie zusätzlich zur Notstandshilfe Mindestsicherung beziehen, dann reduziert eine Erhöhung der Notstandshilfe den Anspruch auf Mindestsicherung. Das kann bei MindestsicherungsbezieherInnen dazu führen, dass ein Teil oder die ganze Nachzahlung an die für die Mindestsicherung zuständige Behörde überwiesen werden muss. Sie müssen der Sozialhilfebehörde die Erhöhung der Notstandshilfe melden.

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Sie finden Corona-Informationen aber auch direkt auf der Homepage des AMS.